Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

 

Elsa Clara Brand, geb. Hlatki, Jahrgang 1889, konnte Zeit ihres Lebens ihre schwäbische Herkunft nicht verleugnen.

Ihr Geburtsname weist jedoch auf den böhmisch / mährischen Ursprung in den Österreichischen Erblanden

(vermutlich - Ruthenen – Lemberg ) der Familie hin.

 

Die Mutter und die Familie Hlatki

Nach einem Eintrag in das Familienregister des Pfarramts Kirchberg an der Murr hat der am 24.April 1767 in Rager/Mähren geborene Josef Albert Hlatky das „Landes-Untertanen-Recht, nachdem er sich als Schneider mehrere Jahre hier in der Gegend aufgehalten hatte, als ehemaliger österreichischer Untertan, endlich in Württemberg von Königlich Oberregierung erlangt den 18.Julius 1811. Er war ehedem Kaiserlich Österreichischer Soldat und ist vor dem französischen Krieg Anfang der 90er Jahre desertiert.“ War also Napoleon daran schuld? Oder war er gar ein Verwandter vom Kirchenrebell und Buchautor -Jesuit-?-Josef Hlatki?

Sein erstes Kind in der neuen Heimat kommt am 28. März 1798 zur Welt. Zwei weitere folgen. Josef Albert starb hochbetagt am 26.Mai 1846, einer seiner Nachkommen war Josef Friedrich Hlatky, ein Weingärtner (1801-1868), aus dessen Familie (mit Margaretha Friederika Schaaf und acht Kindern) auch der Bauer Josef Hlatky (1829-1898) hervorging; sie alle lebten in Kirchberg/Murr (bei Backnang, nordöstlich von Stuttgart).

Bauer Josef legalisiert kurz nach der Geburt seines Sohnes Gottlieb am 7.Dezember 1856 seine Verbindung mit der aus Unterschlechtbach stammenden Dorothea Philipp (Sie bekommen noch acht weitere Kinder). Dieser Gottlieb Friedrich Hlatki endlich wagt sich die letzten Kilometer nach Stuttgart hinein und wird dort Bäckermeister.

Er ehelicht die am 8.Februar 1862 in Faurndau bei Göppingen geborene Maria Lang. Sie haben sechs Nachkommen, von denen zwei Mädchen schon im Kindesalter sterben, und beziehen das Haus in der Hohenheimer Straße 50 a, in dem die weithin bekannte und durch ihre wohlschmeckenden Laugenbrezeln beliebte Bäckerei Hlatki viele Jahre ihr Domizil hat.

Aber auch unter den verbliebenen vier Geschwistern hinterlassen der 1.Weltkrieg und seine Folgen tiefe Spuren: Heinrich, der Älteste (geboren am 13.September 1886), fällt bereits im ersten Kriegsjahr, am 29.Oktober 1914 ( dem offiziellen Geburtstag seiner Schwester Elsa), in Becelaere an der Westfront. Hermann, geboren am 12.April 1892, kommt zwar heil zurück und heiratet noch am 27.April 1918, stirbt jedoch am 6.November des Jahres an den Auswirkungen der schwersten Grippe-Epidemie des 20.Jahrhunderts. Von Spanien aus grassiert sie in den Jahren 1918/19 rund um die Welt und fordert mit über 20 Millionen mehr Tote als der Erste Weltkrieg.

Beide Töchter heirateten noch im Krieg, ihre Männer waren als Offiziere an mehreren Fronten eingesetzt. Die Ältere, Elsa Clara, geboren am 28.Oktober 1889, schloss am 31.Mai 1915 mit dem Dr. phil. Guido Karl Brand den Bund der Ehe.

Ihre Schwester Gertrud (geb. am 2.Oktober 1894), seit Dezember 1917 mit Alfred Mühlenstedt verheiratet, bekam am 14.November 1918 ihre erste Tochter Hilde. Bei der Geburt der zweiten Tochter Trude am 13.April 1921 erlosch ihr junges Leben viel zu früh. Der Vater entschloss sich nach einiger Zeit, seinen Kindern wieder eine Mutter zu geben: Julie Hinderer, geboren am 14.November 1890, die sich bereits des Babys liebevoll als Amme angenommen hatte, wurde seine zweite Frau. Tochter Hilde ging nach dem Krieg mit ihrem Mann Gerald Marsh nach Primavera in Paraguay und später nach Milford/ Godalming in England zur christlichen „Bruderhof“ -Gemeinschaft. Sie hinterließ, als sie 1988 starb, fünf Kinder und vier Enkel, die jetzt in England bzw. Norwegen leben. Trude, die ihre Amme von Anbeginn als ihre „Mutti“ akzeptierte,war als Kindergärtnerin lange Jahre im Allgäu und später im Umland Stuttgarts tätig. Im Ruhestand pflegte sie die Eltern; die Mutter wurde 92 Jahre alt.

 

Auszug aus der Familienchronik von Peter Brand in den Jahren 2001 /2002

 Die Ahnenforschung wurde mit Daten und Recherchen ergänzt von CBra 2012-2016